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Alles um Wettbewerbe

Einstieg und Problematik im Modellbau

An dieser Stelle möchte ich meine Denkweise darlegen, wie ich vorgehe, warum so und nicht anders und welche Ziele ich habe. Jeder Modellbauer hat Vorstellungen, was er mit dem Bau von gerade Schiffsmodellen und nicht etwa Flugzeugen erreichen möchte. So auch ich.

MS "Deutschland"
Ausdockmanöver MS „Deutschland“ im Hamburger Hafen

Der enge Bezug zu meiner Heimatstadt Hamburg, die Elbe, Alster und auch die als Verkehrsader nicht ganz so bedeutende Bille sind Gewässer, die den Lebensraum Hamburg zu einer Metropole haben werden lassen. Wie auf dem nebenstehenden Bild zu sehen – hier die MS „Deutschland“ nun auch nichtmehr unter Deutscher Flagge fahrend (damals noch unter der Reederei „Peter Deilmann“), heute unter der Regie von „Phoenix-Seereisen“ – ist es immer wieder von Neuem faszinierend einem solch traditionellen Fahrzeug bei der Arbeit zuzusehen. Neben der Alster, als auch dem Hafen bietet Hamburg unendlich viele Eindrücke solcher Art. Schon der Aufenthalt an den Landungsbrücken (für Nichthamburger: Anlegestelle des gesamten Ausflugs- und Fährverkehrs durch den Hamburger Hafen), ist für einen waschechten Hamburger Jung ein Erlebnis besonderer Art. Das stetige Treiben der vielen Besucher, Touristen und Einheimischen, das An- und Ablegen der Fährschiffe und Hafenrundfahrtsbarkassen, vermischt sich mit dem Geruch von Elbwasser und Mövengeschrei.

Bereits als kleiner Budje von meinem Opa begleitet, hielt ich mich dort gern auf. Damals noch waren Schiffssirenen und Niethämmer der damaligen „Stülcken-Werft“ zu hören. Der Geruch von Dampf aus den Schornsteinen der Schlepper und Seeschiffe, prägte meinen Eindruck, den ich nicht vergesse. Warum ich das hier schreibe?

Alsterdampfer "St.Georg"
Alsterdampfer mit Dampfmaschine

Ja richtig, diese Erinnerungen an die Schiffe und das gesamte Treiben herum, waren einer der Grundgedanken für den Schiffsmodellbau. Bot es sich doch an, mit einem selbst erbauten Modell stückweise etwas von der Athmosphäre mit in die Wohnung einzubringen. Der Anblick nostalgischer Fahrzeuge – wie auf dem nebenstehenden Bild die „St.Georg“ – lassen schon die Herzen höher schlagen. Was damit wirklich verbunden ist und wie leicht es aussieht, in der Wirklichkeit aber nicht ist erfuhr ich erst, nachdem ich mit großem Schwung und voller Vorfreude mit dem Modell „Estebogen“ begonnen hatte.

Maschinenschlosser gelernt, aber kaum Berufserfahrung gesammelt, kam ich über Umwege zur Berufsfeuerwehr Hamburg. Dort hatte ich u.a. für eine gewisse Zeit auch die Verantwortung, Einsatzkräfte und neben den Einsatzfahrzeugen auch Löschboote der Feuerwehr bei Einsätzen im Hafen zu führen. Der Schritt vom erlernten Beruf über die Schiffe und damit zum Hobby, lebte damit wieder auf. Zum Schiffsmodellbau war der Bogen geschlagen.

Bei einer Ausstellung von Schiffsmodellen eines Modellbauclubs, war der Gedanke gereift, selbst mit dem Bau von Schiffsmodellen zu beginnen. So war ich in der Hoffnung, in dem Verein die erforderliche Hilfe für den naturgetreuen Modellbau zu bekommen. Doch zunächst kam es anders. Die Arbeit, den Verein zu führen und mitzugestalten, standen im Vordergrund. Andere Modellbauer, von denen ich mir erhoffte, an ihren Erfahrungen teilzuhaben, erwiesen sich als nicht gerade hilfreich. Zu sehr waren diese Personen auf sich selbst fixiert und strebten von einer Medaille zur Nächsten. Ach ja, Medaillen wofür? Wie auch in anderen Sportarten, gibt es auch im Schiffs-Modellbau Wettbewerbe bis hin zu Weltmeisterschaften. Wie ich sehr schnell feststellte, geht es dort so zu, wie bei elitären Veranstaltungen: Gesehen werden und auf dem Siegertreppchen zu stehen, bedeutet für die sogenannten „Profis“ im Modellbau ein und alles.

Das war nun ganz und gar nicht meine Welt und so zog ich es vor, mich davon zu distanzieren und meine eigenen Wege zu gehen. Das erklärt auch der Hinweis in meinen Berichten, das es nicht so rasch voran geht mit der Fertigstellung meiner Modelle. Wo steht denn auch geschrieben, wann ich fertig zu sein habe? Die Devise sollte doch lauten: Es muß Spaß machen kreativ zu sein, sein Fachwissen zu erweitern und je nach Lust und Laune dabei ein sehenswertes Stück in Form eines oder mehrerer Schiffsmodelle selbst zu bauen. Auch sein Wissen an Andere weiterzugeben, sollte dabei Ansporn sein. So sehe ich es und beschreibe auf meiner Seite auch nennenswerte Eindrucke um das Hobby herum.

Conti Almania – Die Baustelle

In diesem Teil berichte ich über meine Dauerbaustelle, da bei diesem Modell alles etwas anders werden soll. So hatte ich ungeahnt die Vorstellungen, aus Blech und mit nur wenigen Originalzeichnungen ein recht naturgetreues Modell zu bauen. Das schien am Anfang erheblich unkomplizierter, als es sich dann beim Bau herausstellte. Auch will ich nicht verschweigen, das ich mir viele Planungsschritte erst einmal gründlich überlegen mußte. Besaß ich doch keinerlei Erfahrungen. Fertig sieht ein gut gebautes Modell fast spielerisch leicht aus. Vom ersten Ausschneiden eines Blechteiles, bis hin zur Endmontage des lackierten Teiles, heißt es genau überlegen. Sehr hilfreich erwiesen sich dabei die selbst ernannten ‚Wettbewerbsfanatiker‘ nicht. Als solche bezeichne ich diejenigen, die im stillen Kämmerlein ein nahezu perfektes Modell bauen und das auf Wettbewerben bis hin zu Weltmeisterschaften mit einer Medaille krönen wollen. Ganz nach dem Motto: Da lasse ich mir nicht in die Karten gucken, werden knifflige Aufgaben für sich behalten. Aber dazu später noch nähere Erklärungen. Nun zu meinem Modell und den gemachten Erfahrungen.

Conti Almania: Das Original
Conti Almania auf der Elbe

Schiffsname: „Conti Almania“
Werft: J.J.Sietas; Hamburg-Neuenfelde
Baunr.: 936; Baujahr 1983
Heimathafen: Hamburg
Reederei: Contimar
Zeichen: D – A – C – H
Länge: 99,98 m; Breite: 17,80 m
Container Kapazität: 333 TEU

Vom Original ein Bild zu haben, auf dem das Schiff in meiner Heimatstadt vorbei elbabwärts läuft, ist schon ein gutes Gefühl. Erst viel später gelang es mir, das Original bei widrigsten Umständen (Nebel so dicht wie kaum wieder!!!) im Hafen von Antwerpen fotografieren zu können. Dank der Hilfe des Reederei-Inspektors, erhielt ich die Erlaubnis, das Schiff zu betreten für meine Belange auch vermessen zu können. Dazu im späteren Bericht mehr.

Montage Fensterrahmen
Die Fensterrahmen sind eingelötet.

Der Bau des Containerfrachters hat schon viele Jahre Zeit in Anspruch genommen. Ohne Originalzeichnungen ist es mir nur äußerst mühsam möglich, die richtigen Proportionen zu ermitteln. So manches Mal half dabei ein an Bord gemachtes Foto. Vor der Aufnahme eines Bauteils, stellte ich einen Gliedermaßstab so hin, das ich später auf dem Bild erkennen kann, wie die Maße umzurechnen sind. Durch andere Bauten ruht der Weiterbau, wird aber fortgesetzt. So mache ich auf den folgenden Seiten den Anfang und erläutere die Umstände, die zu dem verzögerten Bau geführt haben. Die Fortsetzung meines Bauberichts erscheint daher je nach Zeit und Muße. Es wird interessant werden! Ein erster Blick auf das im Bau befindliche Modell läßt schon den Aufwand erahnen. Hier im Bild rechts, sind bereits die Fensterrahmen und etliche Fußpferde eingelötet. Fußpferde nennt man die angebrachten Profile unter den Fenstern, auf die man treten kann. Es gibt viel zu tun und Rom wurde auch nicht an drei Tagen erbaut. Doch machen die zwischenzeitlich gebauten Modelle Spaß auf noch mehr, wie die weiteren Berichte zeigen.

Weiter zur Vorbereitung.