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Tochterboot „Hamburg“

Zusammenbau

4) Zusammenbau von Modell und Tochterboot „Michel“.

Heckklppe fixiert
Ein Abnehmen der Heckklappe
bleibt gewahrt!

4.1 Die Heckklappe wurde – zwecks evtl. späterer Reparaturen – nicht wie vor der Restaurierung festgeklebt, sondern mit dünnem unsichtbarem Doppelklebeband eingesetzt.

4.2 Die Bodenplatte des Glashafens erhielt auf den Bootsträgern je eine Schicht aus braunem Flies geklebt, um den Rumpf vor weiterer Beschädigung zu schützen.

4.3 Einsetzen des Rumpfes auf die Träger und mit 2 Schrauben unterseits an die Bodenplatte unsichtbar verschraubt, folgten.

4.4 Einsetzen der Aufbauten und Montage der Namensschilder.

4.5 Was zuletzt noch fehlte waren die Takelage (bzw. die Drähte vom Bug über Mast bis zum Heck, die als Gleichwellen-antennen fungierten) und das Hissen der Flaggen. Die Drähte fertigte ich aus 0,3 mm dünnem Federdraht. Zuerst wurden die Isolatoren mit kurzen Drähten am Heckbügel und den Augen am Mast auf jeder Bootsseite befestigt. Danach wurde die Verbindung zwischen den Isolatoren so hergestellt, daß eine gleichmäßige Straffung erfolgte. Auf bb kam zusätzlich noch die Verbindung zu den Empfangseinrichtungen in die Leitung.

4.6 Das Ausschneiden der Flaggen und Hissen am Mast war die letzte der Tätigkeiten am fertig gestellten Modell.

Bilder vom Umbau und zur Kommentarfunktion.

Tochterboot

3) Michel reparieren

Totalschaden Steven
Überall Brüche im Rumpf, die bearbeitet werden mußten.

Das Tochterboot „Michel“ wies die größten Schäden auf. Zuerst mußten der Steven entfernt und die Schraubenwelle ausgebaut werden. Nach dem Ausbessern der Risse und ausgebrochenen Stellen, wurde der Steven angepaßt und eingeleimt. Nach der Durchtrocknung ging es ans Spachteln und Schleifen, bis die Bruchstellen nicht mehr erkennbar waren. Der innere Einsatz hatte sich bereits an einigen Stellen aus der Bootsschale gelöst. Unter Zuhilfenahme von kleinen Schraubendrehern, wurde der Zwischenraum etwas geweitet und mit Kleber gefüllt. Kurzes Anpressen und das Tochterboot war wieder ein ganzes Boot geworden. Die Reste der alten Persenning am Fahrstand und an der Plicht (hintere Arbeitsfläche), mußten mit dem Scalpell vorsichtig entfernt werden. Alle Scheiben herausbrechen war leicht, da der alte Kleber keine Haftung mehr aufwies. Um eine neue Persenning aufzuziehen, lackierte ich den Fahrstand weis.

Es erfolgte das Übliche: Schleifen, Spachtel und erneutes Schleifen. Mit feinem Abklebeband (dafür gibt es Klebeband, das recht dünn ist, aber gut haftet und dennoch nicht zu stark am Lack reißt), wurde bis zur Wallschiene komplett abgeklebt und der Rumpf mit der Airbrushpistole gespritzt. Noch im etwas angetrockneten aber noch feuchtem Lackzustand, kam vorsichtig die Abklebung herunter. Mit etwas Gefühl und unter gleichmäßigem Zug, läßt sich das Band gut abziehen und der saubere klar abgegrenzte Teil des Rumpfes erscheint. Gut durchtrocknen lassen und mit einem sehr feinen Pinsel die kleinen Abplatzungen in der Wallschiene nachziehen. Da die beiden achteren Klüsen gebrochen waren, entschied ich mich für das Herausbrechen und Ersetzen, in dem ich aus Bauähnlichem die passende Größe feilte. Einkleben und Übermalen mit dem Pinsel folgten. Mittschiffs war der Handlauf auf einer Seite gebrochen und wurde gelötet, geschliffen und farblich angepaßt.

Persenningherstellung
Persenning aus Schulterpolster

Nun mußte eine Persenning her, die ich nicht hatte. Nach geeignetem Material gesucht und in der Handarbeitskiste meiner Frau nachgesehen, entschied ich mich für einen feinen Stoff, der in sogenannten Schulterpolstern für Kleidungsstücke eingenäht ist. Der wurde sauber herausgetrennt, aufgespannt und per Airbrushen in einen passenden Farbton gebracht. Da er nach dem Trocknen leicht durchsichtig war und der Rumpf innen unschön durchschimmerte, überzog ich die Flächen am Tochterboot mit einer weißen Papierschicht und klebte darauf die Tuchstücke. Sauberes Ausschneiden und vorsichtiges Anbringen, erforderten etwas Fingerfertigkeit. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Zu guter Letzt wurde der Mast nach der Versiegelung mit Klarlack liegend eingebaut und das Boot probehalber in die Heckwanne gesetzt.

Zusammenbau

Bootskörper

Wenden wir uns nun den Bautätigkeiten zu.

1 a) Rumpf außen und innen

Anfertigung einiger Detailfotos vom Ist-Zustand des Modells (Baujahr und Erbauer sind nicht bekannt!)

Schäden an der Heckklappe
Fest verklebte Heckklappe.

Wegen der offensichtlich starken Rumpfbeschädigungen, mußte ein Zugang zum Ruderblatt geschaffen werden. Dazu war es notwendig, das fest eingeklebte Tochterboot „Michel“ aus dem Rumpf zu lösen, was auch ohne zusätzliche Beschädigung gelang. In der Heckwanne befand sich eine Revisionsöffnung, die entfernt werden konnte. Da aber noch die gesamte Ruder-Anlenkung eingebaut war, mußte diese erst einmal komplett ausgebaut werden.

Über den Zugang mittschiffs wurden alle Elektrikteile oder besser gesagt alles was davon noch übrig war herausgeschnitten. Jetzt erst kamen die völlig korrodierten (verrosteten) Metallteile von Rudermaschine, Anlenkungsgestänge, Motor, Speisepumpe und Servos zum Vorschein. Also nichts wie raus damit. So gut es ging, Rost entfernen bzw. minimieren, den kompletten Rumpf aussaugen und kleine Schäden ausbessern. Der Zugang zum Ruderblatt war frei. Nicht ganz unproblematisch war das Herausdrehen des sehr stark beschädigten Ruderblattes. Es folgten die Demontage der 3 Schraubenwellen siehe Bild.

Der Ausbau der Heckklappe konnte nur durch Aufsägen mit Hilfe einer Trennscheibe gelingen. Wie bei allen folgenden Arbeitsschritten, behelfe ich mich dabei mit einer 4-fach verstärkenden Kopflupe. So ist es möglich, kleinste Unebenheiten und Schäden auszumerzen. Das Säubern der Heckklappe von Kleberesten folgte. Wie zu Beginn vermutet, wurde die Heckklappe wegen Bruchs des Scharniers kurzerhand angeklebt. Die folgenden Arbeitsschritte wie Klebereste entfernen, Abschleifen, Spachteln und erneutes Schleifen sowie Abkleben und mit der Airbrushpistole die Rumpffarbe erneuern, wiederholen sich im weiteren Verlauf an anderen Bauteilen. Klebereste von den Ablaufrollen in der Heckwanne entfernen und lackieren, Maße abnehmen und eine neue Rolle für den oberen Heckklappenrand herstellen und anbauen, sind weitere Schritte (siehe obiges Bild).

1 b) Deck

Alle Blechplatten auf dem Deck wurden auf festen Sitz überprüft und an schadhaften Stellen geklebt – Korrosionen an Metallteilen wie Reling, Lüftern, Stützen, Pollern etc. mit einer Minibohrmaschine und Schleifkörpern mechanisch beseitigt.

Rettungsleiter demontiert, geschliffen und mit Klarlack aufgefrischt.

Farbabplatzungen sowohl an der Wallschiene als auch an diversen Stellen der Bootsschale erfolgten mit einem Minipinsel.

Nach guter Durchtrocknung wurden der gesamte Rumpf und das Deck mit Lackreinigungsmittel (bekannt für verwitterte Autolacke), abschnittsweise gesäubert und mit Polierwatte auspoliert. Reste der Auskleidung am Schiffsständer, hatten sich bereits in den Lack am Rumpf eingefressen. Dazu war es erforderlich unter der Lupenbrille mit Pinzette alte Bestandteile zu entfernen und auch mit kleinen Holzstäbchen die kleinsten Winkel und Ecken auf dem Deck zu behandeln. Der anschließende Glanz der vorher verstaubten und verwitterten Lackschichten belohnte den recht mühsamen Aufwand.

Nun noch erfolgte die Lackierung der oben erwähnten Metallteile.

Vor Abschluß der Arbeiten am Rumpf bekam der Schiffsständer auf der Trägerplatte des Glashafens eine Polsterung aus weichem Flies, um erneute Abdrücke am Rumpf zu unterbinden.

Aufbauten