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Die Parade der Schiffe

Das Wetter bestimmte den Ablauf erheblich. Sturm war angekündigt!

Der Blick nach oben zu den Wolken versprach nichts Gutes. Dicke Wolkenbänder, unterbrochen von einigen lichten Stellen, zeigte in der Schnelligkeit, wie sie sich veränderten, deutlich an das mit starkem Wind und Regen jederzeit gerechnet werden muß. So erfuhren wir, das Windstärken bis 9 Beaufort = Sturm (entspricht 41- 47 Knoten oder 75 – 88 km/h) zu erwarten sind und über den Abbruch der gesamten Parade in der Einsatzleitung mit alle Beteiligten diskutiert wurde. Die Gefahr des Kenterns der Segelfahrzeuge wurde zunehmend größer. Aber nach reiflicher Überlegung und Absprache mit den Fahrzeugführern, entschloß man sich für eine Fortsetzung. Um die Gefahren zu minimieren, wurden aber als Folge der Wetterlage die Abstände der Einheiten untereinander stark vergrößert.

So mußte auch die „Hermann Marwede“ die Fahrt sehr stark drosseln. Das tat der Stimmung an Bord keinen Abbruch. Waren wir so doch eine ganze Zeit länger an Bord und konnten jede Minute genießen ob mit Regenschauern oder auch windigen Momenten. Vor uns tauchten Segler, Motorfahrzeuge und Andere teilweise etwas versetzt zueinander auf.

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Das nebenstehende Bild zeigt den ersten Großsegler die Barkentine „Thalassa“, die sich an der festgelegten Position eingefunden hat. Sie wurde 1980 auf der Niederländischen Werft Zaandam als modernes Fischereifangschiff für die Nordsee gebaut. Zur Zeit fährt sie in Charter und zeigt sich mit bis zu 120 Personen auf Großereignissen wie Hamburger Hafengeburtstag oder der Hanse Sail.

Alle Abläufe, welches Schiff wo fährt und sich wann einordnet, mußten im Vorwege schon ein Jahr vor diesem Tag mit allen Beteiligten abgesprochen und koordiniert werden. Eine nicht leichte Aufgabe, da die Schiffe nicht im Hafen sind und alles auf dem Papier minutiös geplant werden mußte. Das wird in Hamburg von der HPA (Hamburg Port Authority) unter der Leitung des Hafenkapitäns durchgeführt. Da ich selbst an den Planungen u.a. den Hafengeburtstagen organisatorisch beteiligt war, kann ich nachempfinden, was nötig ist, das daraus am Tage der Veranstaltung für den Sehmann – pardon: Zuschauer – eine Parade zum Staunen wird. Ein derartiges Großereignis beim Einlaufen in den Hamburger Hafen, gibt es sonst nur noch als Auslaufparade, die natürlich etwas leichter zu organisieren ist, da sich alle Schiffe bereits eingefunden haben.

Die ehemalige Senatsbarkasse "Scharhörn".

Die „Scharhörn“, wurde ursprünglich mal als „Peilungsdampfer“ gebaut um Finanzierungs-Mittel bereit zustellen. Der vorgesehene Zweck war aber zu besonderen Anlässen Staatsgästen des Hamburger Senats den Hafen zu zeigen. Als sogenannte Senatsbarkasse (ein kohlenbefeuerter 2-Schrauben-Dampfer) war sie nur kurz im Dienst. Die meiste Zeit war sie als schmuckes Schiff zur Elbvermessung eingesetzt. Sie wird heute vom Verein „Freunde des Dampfschiffs SCHAARHÖRN e. V.“ verchartert und fehlt nicht bei allen Anlässen im Hamburger Hafen aber auch in der Ostsee.

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Im weiteren Verlauf erreichten wir das 2. Kreuzfahrtterminal in Altona. Dort hatte der Kreuzfahrer „MSC Manifica“ mit 13 Decks und einer Kapazität von 2.500 Passagieren festgemacht. Beim Passieren schon recht gewaltig. Wenn man bedenkt, das heute bereits Kreuzfahrtschiffe für bis zu 8.000 Passagiere die Weltmeere durchpflügen, dann erscheint dieses Schiff schon klein. Was dabei schön ist und mit Seefahrtromantik noch im entferntesten zu tun hat, mag jeder für sich entscheiden. Für mich sind solche „Pötte“ keine Schiffe mehr.

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