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Neubau der Reling

Konstruktion Handlauf
Zeichnung in Originalgröße

Doch wie baut man auf ein vorhandenes Modell eine neue Reling? Was ergab sich da besseres als ein Zeichenprogramm für die Konstruktion der Reling zu verwenden. So wurde an Hand der Zeichnungen und Originalbilder geplant, wie dabei zielbringend vorgegangen und wie diese knifflige Aufgabe in die Tat umgesetzt werden kann. Da die Zeichnungen nicht überall mit den Bauteilen übereinstimmen, konnte ich mich nicht auf die reinen Zeichnungen berufen.

Zuerst zeichnete ich auf die bereits eingepaßten aber nur verschraubten Decks ein Raster im Abstand von 20 mm. Diese Linien von bb nach stb habe ich dann genau vermessen. Ebenso die Abstände der einzelnen Bohrlöcher aller Relingstützen. Daraus ergab sich ein Gitternetz, das in das Zeichenprogramm genauestens übertragen wurde. Nach dem Ergänzen wichtiger Details wie z.B. der einzelnen Poller und Ausschnitte, fertigte ich daraus einen Ausdruck, den ich sauber ausgeschnitten auf das Deck legte. Durch die Ungenauigkeiten der Tiefziehteile bedingt, mußten wir zusammen noch einige Korrekturen vornehmen, bis alles haargenau paßte.

Nun beginnt die eigentliche Herstellung. Den fertigen Ausdruck klebte ich auf ein Blech, das ich mit etwas Zugabe an den äußeren Linien ausschnitt. Unter Zuhilfenahme meiner Dreh- bzw. Fräsmaschine, spannte ich das Deck so auf dem Frästisch fest, daß die anzufertigenden Bohrungen für die Relingsfüße geradlinig ausgerichtet sind. Laut Zeichnung sind die Stützenabstände in einem 7-er Raster d.h. entweder nach 7, 14, 21 oder 28 mm erfolgt die nächste Bohrung. Den Ø 1,0 mm Bohrer kurz eingespannt, wurden jetzt alle Löcher gebohrt. Dann Blech umspannen und Vorgang wiederholen. Zuletzt erfolgten die Bohrungen an den übrigen Positionen.

Warum Bohrungen mit Ø 1 mm? Die Relingsstützen mit Ø 0,7 mm werden in eine Buchse mit Innen Ø 0,8 mm gesteckt. Bei genauem Hinsehen am Original , sind auch die Relingstützen in einem Rohr auf dem Deck verschweißt. So bietet sich als eine Option förmlich die nachfolgende Bauweise an: Die Reling kann in die Bodenhülse gesteckt werden, ist leicht montiert aber auch demontierbar und muß nicht unlösbar geklebt sein. Im späteren Fahrbetrieb (bei meinem Standmodell bietet sich diese Methode nicht an), können leicht mal Beschädigungen an der Reling auftreten. Passiert nicht? Doch, auch bei noch so großer Umsicht, läßt sich das nicht immer vermeiden. Die Reparatur wäre dann einfacher.

Weitere Vorteile dieser Bauweise sind, das Reling und Buchsen fertig gebaut und separat lackiert werden können, da die Decks und die Wasserpässe an den aufgehenden Aufbauten in Decksfarbe, die Reling aber komplett in Wandfarbe gespritzt werden.

Das weitaus schwierigere Problem ist das exakte Bohren der nur Ø 0,4 mm starken Durchzüge. Auch hierfür wurde eine exakte Bohrschablone im Zeichenprogramm entworfen und aus Alustäben hergestellt. Das Prinzip ist, das die Stütze in ein gleichstarkes Bohrloch gesteckt und genau senkrecht von oben mittig gebohrt werden muß. Durch 2 einsetzbare Schieber – als Längenbegrenzer, lassen sich die Bohrungen auch noch nach der 200. Stütze alle im gleichen Abstand erstellen. Soweit bis hierher. Nun gilt es erst einmal alle Relingstützen exakt zu bohren. Dabei wird auch nicht vergessen, daß der obere Handlauf nicht stumpf, sondern in der Rundung verlötet werden soll. Um das so exakt wie möglich zu erstellen, wird die obere Rundung als Bohrung ausgeführt und die Stütze genau mittig abgelängt. Dadurch entsteht ein Halbrund am oberen Stützenende. Dort hineingelegt, läßt sich der Handlauf wie beim Original gut löten. Nun gilt es, das alles zu fertigen.

Mast-Bau

Rumpf

Rumpfbefestigungen
Rumpfbefestigungen zum Anschrauben

Der Einbau der beiden Bugstrahlruder (ohne Schrauben) ist jetzt vorzunehmen. Gleich dahinter setzte ich ein Fundament mit Mutter und Gewindestange ein, um das Backdeck mit dem Rumpf zu verschrauben. Das erleichtert die Anpassungsarbeiten und hat den Vorteil vor der Endmontage die Paßgenauigkeit ständig überprüfen zu können. Das macht zwar etwas mehr Arbeit, zahlt sich später aber aus. Dazu bietet sich der Niedergang (Teil 12) an, der nur lose aufgesteckt, die Befestigungsmutter später verdeckt. Auf die gleiche Art verfahre ich beim Hauptdeck achterseits mit 2 Gewindestangen, deren Schrauben unter den Teilen 20 Achterkante Helideck (Fender) verschwinden. So habe ich bereits frühzeitig die Möglichkeit, die Decks sauber einzupassen ohne kleben zu müssen. Alle Teile lassen sich zum späteren Lackieren leicht ab- und wieder einbauen. Als Tip für den Fahrmodellerbauer: Selbst bei auftretenden Fahrschäden, lassen sich so Reparaturen rascher ausführen. Nur hier daran denken, eine entsprechende wasserabweisende Dichtung mit einzuplanen.

Zum besseren Positionieren der Schanz am Vorschiff setze ich innen kleine Haltestreifen ein. Sie dienen dazu, die Schanz in Form zu halten um vor dem Einleimen den Sitz genau zu prüfen. Erst nach dem genauen Einpassen des Backdecks wird die Schanz mit dem Rumpf verleimt. So stelle ich sicher, das auch nach der Demontage des Backdecks und erneuter Montage alles bündig zueinander paßt. Da der Anker an einer Kette befestigt ist, die zur Ankerwinde führt und gut herauslaufen soll, erstelle ich dafür ein Messingrohr mit Verbindung zur Ankertasche.

Um es später einfacher zu haben, den Rumpf zu lackieren, habe ich die vorgefertigten Wallschienen mit Klebestreifen am Rumpf fixiert, die Umrisse angezeichnet, wieder entfernt und zwischen den Linien etliche Bohrungen gesetzt. Erneut montiert, habe ich durch alle Löcher kleine Markierungsbohrungen in die Rücksete der Wallschienen gesetzt. Nach dem Abnehmen wurden alle Löcher so tief erweitert, daß kleine Metallstifte fest eingeleimt werden können. Das ist eine Methode, wie ich Teile nach dem Lackieren sauber einfügen kann, ohne aufwendig abkleben zu müssen. Ergänzt sei noch, daß im Bereich des Hecks Wallschienen lt. Plan fehlen, aber unbedingt angebracht werden sollten. Sie führen ganz um die Ecke bis hin zur Heckklappe und werden aus halbrund Kunststoffleisten unter Wärmeeinwirkung gebogen.

Die Heckklappe wird mit nur ganz geringem seitlichen Spiel angepaßt und noch lose eingesetzt. Achtung: Das Bauteil (B 211 – Schritt 7) ist fehlerhaft und muß angepaßt werden.

Der laut Plan folgende Schritt 10 mit dem Einsetzen der Reling sollte gut überdacht werden. Bereits an dieser Stelle habe ich mir überlegt, ob ich die vorgefertigten Teile der gesamten Reling verwenden soll. Bei genauerem Hinsehen kam ich aber zum Entschluß, die Reling komplett neu zu bauen. So ist diese Überlegung schon deshalb so früh notwendig, damit ein späteres Lackieren der Segmente und Einbauen ohne weitere Probleme erfolgen kann. Die Reling nicht mit den beiliegenden Teilen aufzusetzen, sondern eine eigens konstruierte Reling aus Messing so herzustellen, daß sie (im Schadensfall) austauschbar erneuert werden kann, stellt schon eine Herausforderung dar. Dazu sind noch erhebliche Arbeiten notwendig, die gerade in Arbeit sind und daher später erst hier beschrieben werden können.

Bauteil-Bezeichnungen beziehen sich auf die Bauanleitung im Baukasten.

Fortsetzung: Zum Bau der Decks