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Hermann Marwede Bau Nr. 2

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich begonnen, das schon einmal von mir gebaute Stand-Modell des Rettungskreuzers „Hermann Marwede“ erneut zu bauen. Hierfür gab es mehrere verschieden geartete Gründe:

  • Das erste Modell hatte ich im Auftrag gebaut und abgegeben.

  • Der Bau gab soviel Potential für Veränderungen her, das der Gedanke es noch einmal zu bauen sehr real wurde. Obgleich ich ein Standmodell baue, soll es aber dennoch alle Beleuchtungseinrichtungen schaltbar aufweisen. So sollen diese Funktionen von außerhalb mit einer Fernbedienung ansteuerbar sein. Obwohl im Sommer 2012 die Heckwanne des Kreuzers komplett umgebaut wurde und das modernste Tochterboot erhielt, bleiben wir Beide beim Bau bei der alten Version. Für einen Ist-Zustand muß ich mich entscheiden.

  • Den Fähigkeiten entsprechend, möchte ich meine Möglichkeiten ausschöpfen. Ein Wort zur Beleuchtung: Da ich leider immer wieder feststellen muß, das sich Modellbauer nicht immer an die exakte Lichterführung halten, wird der Seenotrettungskreuzer der DGzRS sie im Original führen.

  • Andere Verfahrenstechniken und Wege reizen dazu, noch mehr aus dem Modell herauszuholen.

Liegeplatz Landungsbrücken in Hamburg
Open Ship 2004

Ob mir das gelingen wird, muß die Zeit zeigen. Der Anfang ist gemacht. Nun gilt es mit guter Planung das alles in die Tat umzusetzen, was ich mir vorgestellt habe. Bedingt durch andere Aktivitäten außerhalb des Modellbaus, werde ich nur stückweise vorankommen. Aber genau diese Stücke sollen hier in zeitlicher Abfolge vorgestellt und gezeigt werden. Wie schnell man etwas umplant, sobald das Interesse geweckt worden ist, möchte ich am folgenden Beispiel deutlich machen. Nach genauem Hinsehen gefielen mir die fertigen Relingteile des Baukastens nicht mehr. Also überlegt, kam ich zu folgender Übereinkunft: Dann baue ich die Teile doch selbst. Prima Idee, aber wie umsetzen. Nun kam der Kollege Computer mit ins Spiel. Ein Zeichenprogramm mußte her. An Hand der vielen zeichnerischen Versuche, habe ich jetzt eine Konstruktion gefunden, die es gilt selbst auf der Dreh- und Fräsmaschine herstellen zu können. Solch ein Zeichenprogramm ist dabei schon sehr nützlich, da es unnötige Fehlversuche vermeidet. Eine Zeichnung kann durchdacht, umgezeichnet und neu überdacht werden, bis die machbare Lösung gefunden ist.

Wie jeder einmal bereits erfahren hat, stimmen die Zeichnungsmaße nicht immer mit den Maßen im Baukasten überein. So fertigte ich vom Back- und Hauptdeck zuerst eine Rasterzeichnung an, über die ich im Abstand von 10 mm alle Breiten und Längen in die Zeichnung übertrug. Nach dem Ausdrucken, wurden die Aussparungen und erhabenen Markierungen ausgeschnitten, damit das Papier bündig aufliegt. Auch die vorhandenen Pollerfundamente wurden abgeschliffen. Sie werden mit den Pollern zusammen neu gefertigt. Nach dem Verspachteln aller ehemaligen Bohrungen, werden sie einfach wie folgt neu gesetzt.

Die erstellten Zeichnungen auf Bleche geklebt und exakt gebohrt, habe ich so paßgenaue Bohr- und Montageschablonen für die gesamten Relingsteile und Pollerstandorte. Jetzt noch die Bleche sauber auf den Decks fixiert, werden alle Bohrungen erstellt. Auch können mit Hilfe dieser Schablonen die zu lötenden Relingssegmente später exakt überprüft werden. So vermeide ich unnötige Versuche am gebohrten Deck nachzubessern.

Die Unterbringung des Modells erfolgt in einem Glashafen, dessen Erstellung auch erwähnt werden wird. Dazu aber später. Hier geht es weiter zur Vorbereitung .

Zusammenbau

4) Zusammenbau von Modell und Tochterboot „Michel“.

Heckklppe fixiert
Ein Abnehmen der Heckklappe
bleibt gewahrt!

4.1 Die Heckklappe wurde – zwecks evtl. späterer Reparaturen – nicht wie vor der Restaurierung festgeklebt, sondern mit dünnem unsichtbarem Doppelklebeband eingesetzt.

4.2 Die Bodenplatte des Glashafens erhielt auf den Bootsträgern je eine Schicht aus braunem Flies geklebt, um den Rumpf vor weiterer Beschädigung zu schützen.

4.3 Einsetzen des Rumpfes auf die Träger und mit 2 Schrauben unterseits an die Bodenplatte unsichtbar verschraubt, folgten.

4.4 Einsetzen der Aufbauten und Montage der Namensschilder.

4.5 Was zuletzt noch fehlte waren die Takelage (bzw. die Drähte vom Bug über Mast bis zum Heck, die als Gleichwellen-antennen fungierten) und das Hissen der Flaggen. Die Drähte fertigte ich aus 0,3 mm dünnem Federdraht. Zuerst wurden die Isolatoren mit kurzen Drähten am Heckbügel und den Augen am Mast auf jeder Bootsseite befestigt. Danach wurde die Verbindung zwischen den Isolatoren so hergestellt, daß eine gleichmäßige Straffung erfolgte. Auf bb kam zusätzlich noch die Verbindung zu den Empfangseinrichtungen in die Leitung.

4.6 Das Ausschneiden der Flaggen und Hissen am Mast war die letzte der Tätigkeiten am fertig gestellten Modell.

Bilder vom Umbau und zur Kommentarfunktion.

Arbeitsschritte: Marwede 2

Sichtung der ersten Bauteile
Erste Bauteile zur Bearbeitung

Zuerst habe ich mir an Hand des Bauplanes auf Papier einen Ablauf der einzelnen Bauabschnitte und deren Erstellung gemacht. Will sagen: Je detaillierter die Vorüberlegung ist, desto sauberer ist das spätere Ergebnis. Hinweis: Da ich ein Standmodell baue, nehme ich zu den Bauteilen für den Fahrbetrieb (bis auf wenige Ausnahmen) keine Stellung. Es ist schon entscheidend, ob ich gemäß Bauplan alle Teile der Reihe nach zusammensetze, oder mir in Gedanken ein Zusammensetzen vor dem endgültigen Kleben vorstelle. Im realen Schiffbau bedient man sich dem Segmentbau. Einzelne Baulose wie der Schiffbauer sagt, können separat an verschiedenen Stellen komplett gefertigt und ausgerüstet werden. Lediglich die Nahtstellen müssen genau aufeinander abgestimmt und präzise ausgeführt werden. Auch da werden Wände mit den späteren Schweißnähten zum Schluß lackiert.

Genauso kann der Modellbauer auch vorgehen. Was benötige ich dazu? Aus der Zeichnung herauslesen, welche kompakten Elemente sich später ohne großes Nacharbeiten zusammenfügen lassen. Nehmen wir uns als Beispiel das Helideck vor. Die Aufbauten unter dem Helideck sind geradlinig und werden in eine Vertiefung auf das Achterdeck eingesetzt. Das erlaubt die Möglichkeit, dort Befestigungsstifte oder kleine Schrauben vorzusehen, die im Deck verankert, sich unterseitig gut verbinden lassen. Vorteil: Das Helideck kann nach der kompletten Ausrüstung mit Arbeitsdeck, Reling, Beleuchtungskörpern, Abgasrohren und Positionslaternen fertig lackiert so lange separat gelagert werden, bis der Bau ein Einsetzen des kompletten Segmentes erforderlich macht.

Ein weiterer Vorteil ist, daß das Arbeiten am Rumpf nicht durch bereits angebrachte Bauelemente erschwert wird und Schäden durch unvorsichtiges Handeln nicht eintreten können. Ganz der Devise: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

Was ich auch gerne mache, ist das Vorsehen von versteckt angebrachten Schraubverbindungen, die z.B. von einer Rettungsinsel oder einem Niedergang verdeckt werden. Diese Möglichkeit rate ich jedem, der sein Modell fahrfertig bauen möchte. Gerade da kann es immer wieder vorkommen, das Teile kaputt gehen oder verschleißen. Dann zeigt es sich, wie gut der Modellbauer beim Bau auch daran gedacht hat. Nicht zu vergessen: Wasser im Schiff erfordert rasches Demontieren. Aber zurück zu meinem Standmodell.

Nachdem meine Vorstellungen vom Bau zu Papier gebracht, gut durchdacht und überprüft wurden, geht es los. Lösen aller Teile des Bausegmentes aus dem Fertigungs-Gitter, Entfernen der Verbindungsnasen und probeweises Zusammenfügen sind die weiteren Schritte. Dabei ist es auch hilfreich, die Teile zusammenzubauen, die als Ganzes in einer Farbe gespritzt werden müssen. Also ein Blatt Papier her und alles zusammen in einer Farbe gehörende an fertigen Teilen notieren. Das erleichtert das spätere Lackieren. Doch auch hier gilt es den Lackiervorgang gedanklich durchzuspielen. So kann es häufig der Fall sein, Hilfsbefestigungen nur für den Lackier-und Trocknungsvorgang in Bauteile so einzufügen, das sie vor der Endmontage wieder leicht entfernt werden können. Auf meinen Bildern z.B. von den Aufbauten, ist diese Querstrebe gut zu erkennen. So lassen sich Teile probeweise unter Zuhilfenahme von kleinen Klebestreifen endbefestigen und der paßgenaue Sitz überprüfen. Auch hier schon muß der spätere wenn auch dünne Farbauftrag beim Zusammenpassen berücksichtigt werden.

Begonnen habe ich meine Arbeiten mit einer sogenannten Helling – oder auch Helgen genannt.

Glashafen-Grundplatte
Glashafen-Grundplatte

Das ist eine stabile Hartfaserplatte, auf die mittig eine Linie gezogen wurde. In die Rumpfschale habe ich 2 Löcher gebohrt. Die Schale dann als Schablone auf die Linie gestellt und in die Bodenplatte ebenfalls 2 Löcher gebohrt, von der Rückseite aufgebohrt und 2 metrische Schrauben durchgesteckt. Nun noch den Rumpf über die Schrauben gesetzt, bündig und winklig ausgerichtet und mit 2 Flügelmuttern verschraubt. Alles kontrollieren und nur die Flügelmuttern im Rumpf komplett mit 2-Komponentenkleber so einleimen, daß kein Kleber in das Gewinde eindringen kann und die Muttern kraftschlüssig mit dem Rumpf verbunden sind. Nach dem Aushärten, kann nun der Rumpf leicht von der Helling abgeschraubt werden.

Haube für die Grundplatte
Haube für die Grundplatte.

Auf diese Weise habe ich nicht nur ein Arbeitsbrett als Unterlage, kann alle Teile winklig zueinander ausrichten und Probe anpassen, sondern kann das Bodenbrett für den späteren Glashafen als Bohrschablone nutzen. Recht früh habe ich die Grundplatte für den Glashafen meines Modells gefertigt. So kann ich zu jeder Zeit mein Modell (z.B. im Sommer wo in aller Regel nicht so häufig am Modell gearbeitet wird), staubsicher und geschützt unterbringen. Die dazu gehörende Glashaube aus Kunststoff habe ich mir auf Maß anfertigen lassen.

Zum Bauabschnitt Rumpf.