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Live: An Bord „Vormann Jantzen“

"Vormann Jantzen" am Liegeplatz
In Bremerhaven angekommen,
geht es gleich an Bord.

Bericht über unsere Mitfahrt bei einem außergewöhnlichen Besuch in Bremerhaven an Bord des Seenotrettungskreuzers „Vormann Jantzen“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger kurz DGzRS genannt. Solch eine Chance erhält man selten. Aber für uns wurde es wahr. Am 20.06.2011 durften meine Frau und ich bei einer Überprüfungsfahrt des Kreuzers mit an Bord gehen. Wir konnten teilhaben an alltäglichen Arbeitsabläufen der Seenotretter. Der Kreuzer „Vormann Jantzen“ wurde 1990 auf der Bauwerft Schweers in Bardenfleth mit Tochterboot „Butscher“ gebaut und hat eine Länge von 23,30 m. Bis Oktober 2003 im Dienst an der Station Warnemünde und Darßer Ort, wird der Kreuzer seitdem als Reserveboot vorgehalten. Bei etwas launigem Wetter und einem „Platzregen“ vor dem Besuch, wurden wir am frühen Nachmittag dann bei trockener Witterung von der Besatzung herzlich begrüßt und sofort mit der Sicherheit an Bord als Gast eingewiesen. Dazu gehören das umsichtige Bewegen während der Fahrt an Deck und den Räumlichkeiten, das „richtige“ Begehen der Niedergänge und die umfassenden Erläuterungen des Handwerkzeugs der Seenotretter, wie wir im weiteren Fahrtverlauf noch erfahren durften.

Dem Vormann beim Ablegen und Manövrieren direkt auf die Finger zu schauen, ja einfach hautnah zu erleben, was bei den verschiedensten Bewegungen des Schiffes zu spüren ist, war schon ein besonderes Erlebnis nicht nur für mich, sondern im Besonderen auch für meine Frau, die schwer beeindruckt alles, aber auch wirklich alles hautnah miterleben wollte und konnte. Durch die Nachbarhafenbecken fuhren wir in Schrittgeschwindigkeit um keinen unnötigen Wellenschlag zu erzeugen. In einiger Entfernung von der Hafenschleuse – sie war schon in Sichtweite – nahm der Vormann mit dem Schleusenwärter über Funk Kontakt auf, um die Freigabe zur Durchfahrt zu erhalten. Diesem Gesuch wurde nach einem kurzen Augenblick stattgegeben.

Nach der Passage der Schleuse ging es raus und in Revierfahrtgeschwindigkeit vorbei an den Seeschiffen, wo uns nach einiger Zeit die erste von mehreren Vorführungen erwartete. Auf dem Vorschiff wurde ein Koffer geöffnet und uns die Wirkungsweise und Anwendung des Leinenschußgerätes erläutert. Da erfolgte schon der Ausruf: „Vorsicht Schuß“ und die Übungsleine wurde mit einem ohrenbetäubendem Knall zur vor uns liegenden Fahrwassertonne verbracht. Diese Übung zeigte einmal mehr als deutlich, das im Notfall bei schwerem Seegang kaum anders eine so wichtige Leinenverbindung für die Rettung zum Havaristen übergebracht werden kann. Weiter ging die Fahrt mit etwas höherer Fahrt, da wir außerhalb des vorgeschriebenen Fahrwassers waren. Es erfolgte die Vorführung des auf Rettungskreuzern vorhandenen Feuerlöschmonitores. Eindrucksvoll für Nichtfachleute, wurde die Wurfweite und Löschwassermenge gezeigt, die der Monitor im Falle eines Brandes erbringt.

Für mich als Berufsfeuerwehrmann i.R. eine Einrichtung, die bei immer höher steigenden Kosten der Kreuzer und dem eigentlichen Nutzen der Einrichtung Fragen aufwirft. Bei einem in Brand geratenen Seeschiff die glühende Bordwand herunter zu kühlen, sehe ich gerade noch als eine der verbleibenden Maßnahmen bei der Hinzuziehung zur Brandbekämpfung an. Aus meiner Sicht zu bedenken ist aber, das ein Schiffsbrand kaum von außen wirkungsvoll bekämpft, geschweige denn gelöscht werden kann. Daher sollte die Überlegung zur unbedingten Notwendigkeit nach derart leistungsstarken Einrichtungen, wie solche Monitore mit dazu erforderlichen extrem starken Pumpen, Berücksichtigung bei der Planung in zukünftigen Neubauten finden, wenn deshalb wegen der hohen Kosten nicht auf andere zur Rettung von Menschenleben erforderliche Geräte verzichtet werden muß. Was bei der leider abnehmenden Spendenbereitschaft (die DGzRS lebt ausschließlich nur von Spenden und wird staatlich nicht unterstützt!!!) ein enorm wichtiges Entscheidungskriterium sein muß.

Zurück zu dem nächsten Highlight an Bord des Kreuzers: Aussetzen des Tochterbootes bei fahrendem Kreuzer. Klappe auf, ausklinken der Haltevorrichtung und mit einem Rumpeln rauschte das Boot rückwärts in die See. Mit voller Fahrt umrundete das Tochterboot den Kreuzer, zeigte seine Wendigkeit und steuerte die Heckklappe zum Aufnehmen an. Mit konzentriertem Blick hielt der Bootsführer Kurs auf die Mitte der Heckklappe. Nicht ganz ungefährlich ist das folgende Manöver, da der Bootsführer beim Einfahren von seinem Stand aus die sich vor ihm befindende Fangvorrichtung nicht mehr sehen kann. Aber gekonnt und vielfach geprobt klappte das Einklinken, wobei ein Besatzungsmitglied mit Anfassen mußte, den Haken per Stange einzuhängen. Erst vor wenigen Stunden war die Kette zum Einholen der Slipeinrichtung gebrochen und konnte nicht automatisch bewegt werden. Auch das ein Ereignis, das passieren kann und die Rettungsmänner sich auf immer neue Situationen einzustellen erfordert. Hautnah so etwas miterleben zu dürfen, war schon eine große Sache. Allmählich ging die Fahrt zurück. Vorbei an den Piers sah ich, auf dem 2. Sessel des oberen Fahrstandes sitzend, dem Vormann bei seiner Tätigkeit zu. Es wurden Fragen gestellt, die alle umfassend erläutert wurden. Klar ist auch, das derart Fragen die Männer immer wieder erreicht. Dennoch wurde ohne Einwände alles beantwortet.

An dieser Stelle möchte ich mich auch im Namen meiner Frau sehr herzlich beim Vormann der „Vormann Jantzen“, der gesamten Besatzung für die gastfreundliche Aufnahme und Betreuung während des gesamten Aufenthaltes an Bord, sowie der DGzRS bedanken. Wie wichtig und unendbehrlich die Arbeit der Seenotretter ist, zeigen immer wieder die kleinen aber auch großen Berichte in den Medien. Auch die vielen Einsätze zur Sicherung bei Veranstaltungen an unserer Küste, in der Berufs- sowie Sportschiffahrt, machen einmal mehr deutlich wie wertvoll das Freiwillige Werk der DGzRS ist und bleiben muß.

Daher auch mein Appell an die verehrten Leser meiner Seite: Spenden auch Sie. Mit einem Klick auf den Link Seenotretter, unterstützen Sie das Werk. Auch jeder noch so „Große“ pardon kleine Betrag hilft, damit Menschen auf dem Wasser jederzeit auf Hilfe hoffen können, sollten sie in Gefahr geraten.

Zu den Bildern und zur Kommentarfunktion.


Aus Seenotkreuzer „H.H.Meier“ wird „Hamburg“

Modell in neuem Glanz
Fast wie bei Indienststellung – damals.

Hinzu gekommen ist gerade der Auftrag, ein in die Jahre gekommenes Stand-Modell (Baujahr 1960) aus der Flotte der DGzRS aufzufrischen und Schäden zu reparieren. Bilder vom Zustand vor und nach Abschluß der Arbeiten, sollen zeigen, was aus einem Modell gemacht werden kann, das Jahre lang ohne Pflege im Keller stand ohne beachtet zu werden.
Klar ist, es geht noch viel mehr. Aber der zeitliche Aufwand der dafür nötig ist, sollte schon im Rahmen des angedachten Zieles stehen. Mit in die Entscheidung fließen auch Gedanken zum Zustand der Wiederherstellung. Viele Schiffe sind nach ein paar Jahren nicht mehr im Originalzustand. Das kann Aufbauten, Arbeitsgeräte, aber auch das Aussehen betreffen.

Wie am Beispiel der „Hamburg“ zu sehen ist, wurden 4 bauartgleiche Schiffe gefertigt, wovon alle dennoch ein unterschiedliches Aussehen hatten und während der Zeit zwischen Indienst- und Außerdienststellung eine Wandlung erfahren haben. Der Grund sind u.A. Verbesserungen der Sicherheit von Mensch und Material im Umgang mit zu Rettenden, aber auch bessere Erkennbarkeiten der Einheiten bei allen Witterungsgegebenheiten.

Daraus ergeben sich vor der Umbaumaßnahme folgende Fragen:

  1. Für welchen Verwendungszweck baue ich um, erneuere Teile oder restauriere ein Modell von Grund auf?
  2. Wie hoch darf der finanzielle Einsatz sein?
  3. Soll der Ursprungszustand beim Bau des Modells vollständig erhalten bleiben?
  4. Gibt es Originalunterlagen, Fotos, Werftzeichnungen vom Tage der Indienststellung? Eine Anmerkung dazu, die ich nicht vorenthalten möchte: Leider haben reine „Bildersammler“ – wie ich sie nenne- bei Werften und Eigentümern der Schiffe für größtes Mißtrauen gesorgt. Verständlich, daß diejenigen, die „nur“ ein Modell im möglichst originalgetreuen Zustand bauen wollen, durch die Unvernunft Anderer bei der Aushändigung von Unterlagen „abblitzen“. Sei es, daß Originalzeichnungen vervielfältigt und unerlaubterweise dann auch noch verkauft wurden und werden, sei es, daß Bilder gegen Gebühr ins Netz gestellt wurden. Das alles ohne vorherige Genehmigung, hat zu der enormen Schwierigkeit geführt, ein Modell noch Werftgetreu zu erstellen.
  5. Welchen Gesamtarbeitsaufwand möchte ich betreiben?

Nachdem der Wiederherstellungsumfang ermittelt, die einzelnen Schwerpunkte durchdacht und die Machbarkeit im Verhältnis zum derzeitigen Zustand des Modells abgewogen war, ging es an die Arbeit.

Demontage:

  • Aufbauten nach Entfernung der defekten Takelage bzw. der Antennendrähte abgenommen
  • Fest geklebtes Tochterboot aus der Wanne gelöst

Nun wurde das Ausmaß der Beschädigungen mehr als deutlich sichtbar: Das Tochterboot wies eine zerbröselte Persenning auf, der Wellensteven war aufgebrochen, die Heckklampen gebrochen, Bootsrumpf und Einbauten bildeten keine geschlossene Einheit mehr. Hinzu kamen noch einige kleine Defekte.

Am Rumpf des Kreuzers gab es folgende Beschädigungen:

  • Einige metallische Decksplatten lösten sich bereits
  • An der kompletten Reling sowie anderen Metallteilen waren deutliche Korrisionsspuren und Farbabplatzungen zu sehen
  • Die Heckwanne war unsauber mit dickem und herausquellendem Klebstoff befestigt und unterseitig in Höhe des Scharnieres schwer beschädigt . Es fehlte eine Rolle auf der stb-Seite
  • Alle Rollen in der Heckwanne wiesen dicke Klebstoffreste auf
  • Das Ruder war schwer verbogen und hatte Farbabplatzungen
  • Die Schiffsschrauben zerbröselten bei Berührung vollständig
  • Am Wellenauslaß Aufplatzungen des Rumpfes
  • Im Rumpf waren die Reste der gesamten Elektrik und des Antriebes schwerst korridiert und bewegungsuntüchtig

Folgende Bilder geben einen kleinen Einblick der Schäden wieder. Auf den folgenden Seiten wird es dazu auch Bilder von den Umbauarbeiten geben.

Weiter geht es mit: Bauabschnitt Bootskörper. Hier noch als kleiner Vorgeschmack zum großen Aufwand, der betrieben werden mußte, um aus dem nicht gar so ahnsehnlichen Modell ein Anschauungsobjekt zu fertigen.

Arbeitsschritte: Marwede 1

In diesem Abschnitt weise ich auf einige Verfahren hin, die ich benutzt habe, um ein besseres Gesamtergebnis zu erzielen. Auch möchte ich nicht den vollständigen Bauablauf aufzeigen, sondern Probleme zur weiteren Verfeinerung darlegen. Nichts ist vollkommen und Vieles auch noch besser lösbar. Um das Nachfolgende besser zu verstehen, sollte der dem Baukasten beiliegende Bauplan zu Hilfe genommen werden. Erst dann macht diese detaillierte Erläuterung Sinn!!! Baukastenteile zu Baugruppen zusammenstellen; hier erläutert am Beispiel Rumpf: Im Weiteren aufgeführte Nummern in Klammern gesetzt z.B. (A1), bezeichnen das Bauteil aus dem Original Bauplan der Fa. ®Revell „Hermann Marwede“.

  • 1.) Rumpfteile säubern und entgraten
  • 2.) Teile (D171 + D172) Aufnahme für Bugstrahlruder (Schrauben erst zum Schluß!!!) einbauen.
Schrauben im Rumpf
Befestigungspunkte zum Anschrauben des Modells

Rumpf (A1) auf einem Arbeitsbrett ausrichten und montieren dazu im Bereich des späteren Modellständers (E214 + E215) jeweils ein Loch senkrecht in den Kiel der Rumpfschale bohren. Der Durchmesser sollte gerade groß genug für eine Schraube sein, mit der der Rumpf auf dem Arbeitsbrett angeschraubt werden kann. Mit dem gleichen Durchmesser und Abstand zueinander die beiden Löcher durch das Arbeitsbrett bohren. Auf der Brettunterseite für den Schraubenkopf eine Vertiefung mit dem Senker vorsehen, damit die Schrauben nach dem Befestigen des Rumpfes nicht überstehen. Im Rumpf jetzt jeweils eine Schraubenmutter einleimen. Nach dem Aushärten den Rumpf auf der Arbeitsplatte ausrichten und festschrauben. Vorher habe ich im Rumpf aber noch überall dort Löcher gebohrt, wo später z.B. die Ruderblätter und Wellenkoker an den Rumpf gesetzt werden. Zur besseren Fixierung hier überall kleine Stifte in die Teile setzen. Im gleichen Durchmesser im Rumpf an der Montagestelle bohren. Im weiteren Verlauf nenne ich dieses Verfahren – Stiften. Bb (B7)+ Stb (B8) ohne Scheiben anleimen.

  • 3.) Achterdeck (G6) mit Hauptdeck (C5) einpassen aber noch nicht einleimen.Dabei darauf achten, daß das Teil (B211) genau in den Rumpfausschnitt paßt (etwas abfeilen!) und einleimen.

Außen am Rumpf Wallschienen noch nicht anbringen, wohl aber anpassen und so mit kleinen Stiften rückseitig versehen, daß nach der Lackierung des Rumpfes diese Wallschienen ohne Mühe angesetzt und geklebt werden können.
Achtung: An dieser Stelle weise ich schon daraufhin, das die Verklebung von bereits fertig lackierten Teilen untereinander nicht unproblematisch ist und von der Verwendung des geeigneten Klebers abhängt. Einige Kleber lösen die Lackierung zu stark an und zerstören die Oberfläche. Andere wiederum gehen keine haltbare Verbindung ein!!! Hier heißt es Selbstversuche mit Reststücken zu machen. Da am Rumpf die Wasserkästen (Kühlkästen) in Höhe der CWL (Konstruktionswasserlinie) fehlen, bietet es sich an, diese jetzt herzustellen und an den Rumpf zu leimen. stb 2 Kästen, bb 1 Kasten! Auch sollte am Bug ein Loch für den Kettendurchgang der Ankerkette gebohrt werden.

Kettenschacht
Einbau des Kettenschachtes

Hierein wird später bei der Montage das Rohr (vorher mit dem Backdeck verbunden) gesteckt und verleimt! So kann der Anker später an der Kette richtig außenbords fallen. Während diese Verklebearbeiten gut trocknen, habe ich Kleinteile entgratet, deren Position auf Paßgenauigkeit geprüft und zum Spritzen nach Farbauftrag geordnet auf eine Unterlage gesteckt. Wegen der Klebeprobleme s.o., habe ich z.B. Poller und andere Kleinteile, die in der gleichen Farbe gespritzt werden, wie ihre Umgebung (hier Decksfarbe und Poller grün), fest mit dem Deck verleimt. Dieses Verfahren bietet sich für alle Sektionen an und erleichtert später die Zurüstung! Nun das Achterdeck (G6) und das Hauptdeck (C5) im Rumpf einpassen und mit wieder lösbaren Klebestreifen festsetzen.

  • 4.) Loch für Kettenrohr (Ankerkette) schräg bohren und Rohr einsetzen, anreißen und feilen, bis die obere Öffnung bündig mit dem Deck und außenbords im Ankerkasten anliegt. Dann Rohr fest mit dem Deck verleimen. Noch nicht mit dem Rumpf verbinden!!!

Hubschrauber-Landedeck als komplette Sektion vorbereiten, und zum Spritzen nach Farbauftrag entsprechend zusammenfügen. Alles was später weiß gespritzt wird, schon jetzt außer den Absturzsicherungen (D 44-47) montiert. Kran bauen und je nach Können, mit den fehlenden Elementen wie z.B. Kranführerplatz, 2. Seilrolle und Motor vervollständigen.

  • 5.) Alle Rettungsinseln zusammenbauen.

Rückwärtige Wand (E70) ohne Glasscheiben und Rettungsinseln mit Schiebetür versehen. Wand erst bei der Endmontage komplett mit fertig beschrifteten Rettungsinseln und Glasscheiben versehen auf das fertige Deck (G6) leimen. Rettungsschlauchboot: Teile anpassen, Schläuche (G63 + G64) bzw. (G65 + G 66) verleimen – aber nicht mit dem Boden verbinden. Diese spätere Montage erleichtert das saubere Spritzen der Teile. Nach dem guten Trocknen der Teile, vorsichtig die Klebeflächen von Farbe befreien. Das geht mit einem sehr scharfen Skalpell ausgezeichnet! Jetzt zusammenleimen und Beschriftungen ergänzen.

  • 6.) Abgasrohre des Motors innen schwärzen und erst dann verleimen.

Niedergänge je nach Lackierung mehr oder wenig zusammenleimen und spritzen. z.B. Verteilerleiste (F 108) für die Schlauchanschlüsse nach der Lackierung an den Niedergang anleimen. Alle Relingsteile erst Spritzen und als Allerletztes auf die Decks kleben. Zur besseren Verleimung, habe ich kurz vor der Endmontage mit einem kleinen Bohrer die Farbe aus den Vertiefungen für die Relingsstützen entfernt. So halten die winzigen Klebepunkte viel besser!!! Auch die große Winde (F85-F90) sollte vor der Montage gespritzt werden.

Kommen wir nun zu den Decksaufbauten. Gleich hier eine im Bauplan nicht vermerkte, aber wichtige Information: Da alle Aufbauwände am Fuß jeweils einen umlaufenden Streifen in Deckslackierung besitzen, sollte die nachfolgende Bauweise eine Hilfe sein, diesen Farbauftrag entsprechend zu verwirklichen. Vorweg gesagt, nachdem die lose errichteten Aufbauten fertig lackiert wurden, erhalten sie einen grünen Fußstreifen. Wer es versuchen möchte, kann die Methode auch herum drehen und zuerst den grünen Streifen spritzen und danach die komplette Weißlackierung auftragen. Dabei ist zu bedenken, das die Abklebung evtl. den sehr schmalen Streifen in Grün beim Entfernen zerstören kann. Ich habe mich für die erste Variante entschieden und bei entsprechender Sorgfalt gute Ergebnisse erzielt. Zuerst habe ich die Teile (G 91) mit den Stufen versehen. Danach die Teile (G 92 + G 93) ohne Scheiben in die Aussparung auf dem Deck mit Teil (G 91) gestellt und fixiert. Danach die Wand (G 95) ohne Scheibe in der Tür mit den Teilen (G 96 + G 97) eingepaßt und alle Wände!!!untereinander von innen verleimt. Die Niedergänge 16 + 17 werden nun mit den Geländern verleimt und dann gespritzt. Montage später. Rohre für die Wasserversorgung zu den Feuerlöschanschlüssen in den Positionen anpassen, fixieren und verleimen (später erst am Deck verleimen!). Wände für das Brückendeck wievor beschrieben ebenso als kompakte Baueinheit verleimen (ohne Scheiben). Nun die Teile (C 129, C 131 + C 132 dto. verleimen.

Nischenbau der Positionslichter
Nischenfertigung für die Positionslichter

Jetzt die Nischen für die Positionslaternen durch ein- bzw. aussägen erstellen. Komplette Einheit am Deck anpassen. Die Reling jetzt einkleben (hält besser) oder nach dem Spritzen aufleimen. Wenn alle Decksaufbauten als einzelne Sektionen fertig, also auch gespritzt sind, können sie untereinander soweit verleimt werden, das sie an sich gesehen eine große Aufbau-einheit bilden. Vor dem Aufsetzen der Decks, müssen die jeweiligen Glasscheiben von innen eingesetzt werden. Ebenso wird mit dem Hubi-Deck verfahren. Erst kurz vor der Endmontage das Hubideck auf die Wände leimen. Hier darauf achten, das die Teile Kran mit dem Hubideck zusammen eine Einheit bilden und sich untereinander durch die Verklebung stabilisieren!!!

Wer die Brücke zum Schluß mit dem Deck verklebt, hat es etwas leichter, da vorher der Mast, der Feuerlöschmonitorsockel und die Rohrverbindung eingepaßt werden können und somit die Arbeiten nur an der Sektion und nicht am fertigen Modell erfolgen müssen. Es erfolgt die Masterstellung. Gleich hier weise ich daraufhin, das es gut ist, im Mast einen stabilen Stift einzusetzen, der später die komplette Einheit (F 152) mit allen Antennen, Positionslaternen, Blaulicht und Windmesser aufnimmt. Dafür wird von unten in diese Einheit ein Loch gebohrt, in das der Stift des Mastes paßgenau eingreift. Da nur geringe Klebeflächen diese Einheit später tragen, erhöht diese Art von Zusammenbau die Stabilität. Vorgesehen sind leider keine Befestigungsösen für die Leinen am Mast (Gösch) zur Aufnahme der jeweiligen Flaggen. Dazu habe ich waagerecht in das Teil (F 152) Messingstifte eingesetzt, an deren Ende die Ösen für die Leinen kommen. Die Leinen habe ich aus feinster schwarzer Seide gefertigt und schon lang genug gelassen an das Teil befestigt. Am Original, bzw. auf den Photos läßt sich genau sehen, wo das jeweilige andere Ende der Flaggenleine später befestigt wird.
Ein sinnvoller Hinweis zur Masterstellung und Montage: Ich habe, nachdem nur der Mast fertig verklebt und gespritzt war, zwei kleine Fußplatten gefeilt, die genau von unten in die Öffnung der beiden Mastfüße passen. Durch die Schrägen am Fuß, ergibt sich nach Verleimung der Fußplatten auf dem Peildeck, eine wieder lösbare Verbindung. Der Mast kann so mehrmals von vorn aufgeschoben werden und hält schon ohne Verleimung!!!
Nachdem nun alle Sektionen sinnvoll erstellt, die Lage der Zurüstteile für die Montage gut durchdacht und Alles mit Klebestreifen vorfixiert wurde, kommt jetzt der Teil der Lackierung. Alles demontieren und Schritte für die Lackierung gut überdenken. Die einzelnen Vorarbeiten zum Spritzen habe ich bei den Airbrushern erfragt. Dafür empfehle ich das folgende Airbrushforum. Hier wurde auch mir umfassend geholfen. Ich habe zuerst die Decks per Airbrushtechnik mit der Originalfarbe RAL 6001 versehen. Danach folgten alle Teile in dieser Farbe. Während die Teile gut !!! trocknen – mir wurde mehrfach gesagt, mindestens 3 – 4 Tage zu warten, habe ich alle Kleinteile in der Farbe Weiß gespritzt. Dann ging es mit RAL 3024 (Tagesleuchtfarbe Leuchtrot!!!) weiter. Achtung: Die Innenseiten des oberen (offenen) Steuerstandes sind im Farbton RAL 6019 (weißgrün). Die Farbe habe ich mir im Fachhandel anmischen lassen.

  • 7.) Nun alle Teile der Feuerlöscheinrichtung in RAL 3000 (Feuerrot)

Erst nachdem ich alle Einzelteile und Baugruppen gespritzt hatte, habe ich das Tochterboot ähnlich der obigen Beschreibung gefertigt und lackiert. Bevor es nun an den Rumpf geht, wurde ein Grundbrett für die Aufnahme einer Plexiglashaube gefertigt und ebenso wie das Arbeitsbrett mit 2 Bohrungen versehen. Durch diese Löcher werden nach Fertgstellung des Modells 2 Schrauben geführt, die das Modell fest mit dem Grundbrett verbinden. Zwischen Rumpf und Grundplatte kommt dann noch der Ständer für das Modell. Entweder aus dem Baukasten oder selbst aus Messing gedreht, je nach persönlichem Geschmack. Grundplatte schleifen, und naturbelassen oder mit Bootslack verschönern.
Nun zurr Fertigung des Rumpfes: Dafür muß zuvor der Rumpf außen, sowie am Vorschiff auch teilweise innenseitig weiß gespritzt werden. Danach den Rumpf auf das Arbeitsbrett fixieren und genau nach der Wasserlinie waagerecht ausrichten. Mit Hilfe eines Parallelanreißers kann vorsichtig die waagerechte Linie in Höhe des Wasserpaßes angezeichnet werden. Wasserpaß ist die Linie zwischen der weißen Rumpffarbe und dem in RAL 3009 gehaltenen Unterwasserschiff.

  • 8.) Rumpf vom Brett lösen und an der angezeichneten Linie nach oben hin komplett abkleben. Jetzt das Unterwasserschiff und die Unterwasserbauelemente in RAL 3009 spritzen (außer Schrauben!!!). Nach einer ausreichenden Durchtrocknung erfolgt die Endmontage des gesamten Modells.

Zuerst die lackierten Wallschienen mit den eingesetzten Stiften in die Löcher am Rumpf einsetzen und von innen verkleben. So erhält man keine häßlichen Kleberspuren am Rumpf. Dann wird das Deck mit der Heckwanne eingeleimt. Jetzt die achtere Wand auf dem Hauptdeck Teil (E 70) einbauen und mit der Außenhaut verkleben. An dieser Stelle nicht das Einsetzen sämtlicher Scheiben von innen vergessen. Dann folgen die Sektionen auf dem Backdeck mit dem Mehrzweckraum, dem Brückendeck, das Helideck achtern und das Aufstellen des Mastes. Ist alles an seinem endgültigen Platz, bekommt das Modell alle noch fehlenden Ausrüstungsgegenstände wie da sind: Rettungskapseln, Niedergänge, Winde, Bordkran, Schlauchboot, Feuerlöschausrüstung, Lampen und Scheinwerfer.

Zu einem guten Aussehen eines Modells gehören alle Tiefgangsmarken, Namensschilder, Zeichen der Gesellschaft (DGzRS), alle Flaggenleinen samt der richtigen Flaggen und vieles mehr, um nicht alles namentlich zu erwähnen. Nun noch das Tochterboot „Verena“ in die Heckwanne setzen. Fertig ist das gelungene Modell aufgesetzt auf gedrehte Sockel und mit dem Grundbrett fest verschraubt. Die geputzte Haube drüber und eine erlebnisreiche Bauzeit geht zu Ende.

Nun hoffe ich, etwas zu einem guten Modellbau beigetragen zu haben, wünsche viel Spaß und gutes Gelingen. Für alle Anderen, die ihr Modell fahrfertig ausgestattet haben ein „Immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel“ und allzeit gute Fahrt.

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Vorbereitung: Hermann Marwede 1

Baukasten
Sichtung der Bauelemente

Bevor mit den ersten Baumaßnahmen begonnen wurde, habe ich mir den Bauplan Seite für Seite angesehen. Dabei fielen mir einige Ungenauigkeiten, und Fehler gegenüber dem Original auf. An Hand meiner gemachten Originalbilder und der Zeichnungen (zu erwerben bei der DGzRS!), fehlten u.a. die Leinen am Mast, die Kästen für die Positionslaternen, die Kühlkästen (bb anders als stb) in Höhe der Wasserlinie und der Flaggenstock am Bug, um nur ein paar Fehler hier zu erwähnen. Bei der Betrachtung der sehr klobig ausgefallenen Relingsteile, kam so gleich der Gedanke, das die eigentlich nicht zu verwenden sind. Dazu aber beim Bau der 2. Hermann Marwede auf meiner Seite.

Damit später beim Bau nichts schief geht, etwas Wichtiges vergessen wird oder Teile fehlen, habe ich mir sehr viel Zeit genommen, diese Vorarbeit zu leisten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, wie bringe ich Farbe auf das Modell? Diesem so entscheidenden Punkt, schenkte ich große Aufmerksamkeit. Die Überlegung, ob ich das Modell anmale, stellte sich für mich nicht. So ergab es sich, das ich für mein Modell die Airbrushtechnik wählte. Das bedeutet aber auch, das der Zusammenbau vor dem Spritzen gut überlegt sein will. Es ist nicht damit getan, alle Teile per Spritzpistole zu gestalten. Anschließend muß das fertige Teil an ein anderes fertige Teil angebracht werden. Da nun setzt das Problem ein: Lackierte Teile lassen sich miteinander nur äußerst schwer verbinden. Viele Klebetechniken habe ich probiert, auch hier im Internet Andere nach ihren Erfahrungen befragt und Fachleute konsultiert. Sogar den Hersteller des Modells habe ich um Mithilfe gebeten. Heute weis ich, das nicht alles gut gelöst werden kann. Dazu im Verlauf noch mehr Wissen.

Als weiterer Vorbereitungspunkt ist danach, welche Qualität und Verwendung soll mein Modell am Ende haben, welche Teile fehlen und will ich die auch noch anbringen. Sind die Farben wie im Original RAL-Farben oder muß ich mir separat Originalfarben besorgen? Beispiel: Oberer Fahrstand. Diese Farbe ist eine RAL-Farbe, die es in Modellfarben so nicht gibt. Um es gleich vorweg zu nehmen, ich habe sie mir herstellen lassen.

Es ist nicht unerheblich, ob ich das Modell nur so baue, wie es der Baukasten vorgibt, oder ob es dem Original sehr sehr nahe kommen soll. Beispiel dafür sind die fehlenden Positionslichter in der Nische bb und stb! Ohne sie sieht das Modell nicht nach einem Schiff aus. Das gleiche gilt auch für Hecklaternen, Kühlkästen am Rumpf und Leinen am Mast. Darüber hinaus sollte man sich Gedanken machen, ob auch der Bordkran nicht erheblich umgestaltet werden sollte, da weder der Motor noch der Arbeitsplatz des Kranführers, noch die Flaschen mit Kranhaken richtig angeordnet sind.

Zunächst einmal notiere ich mir in Stichworten den planerischen Ablauf, den ich mir überlegt habe. Klar ist, das jeder selbst entscheiden muß, wie er vorgehen möchte. Hier möchte ich nur meine gemachten Erfahrungen mit später gemachten Erfahrungen bei folgenden Projekten verbinden.

  • 1.) Pläne genau ansehen – Entscheidung: Schnell fertig werden und nur nach Baukasten fertigen, oder so Originalgetreu wie möglich bauen!!!
  • 2.) Die eigenen Möglichkeiten, wie z.B. Lackieren per Spritzpistole machbar, oder nur mit Pinsel?
  • 3.) Baureihenfolge logisch oder vielleicht gar nur mit größerem Vorbereitungs-aufwand durchführbar. (siehe oben: Airbrushtechnik)
  • 4.) Klebetechnik nach oder vor dem Lackieren einsetzbar? Halten die geklebten Teile? Vorversuch dringend erforderlich.
  • 5.) Welche Teile müssen noch verändert werden? Woher erhalte ich dazu die erforderlichen Maße?
  • 6.) Habe ich außer den Plänen des Baukastens noch Photos vom Original oder Originalzeichnungen zur Verfügung?

Diese ersten Fragen sollten vor Baubeginn beantwortet werden. Nur zuschnell muß man sonst erkennen: Hätte ich das doch eher gemacht!!!

Beschäftigen wir uns nun mit den Arbeitsschritten.